Return On Invest

Ja, einen Return On Invest für Kommunikation zu definieren ist schlecht möglich und unwissenschaftlich. Dies gilt auch für die interne Kommunikation in Unternehmen. Trotzdem darf man selbige nutzen, um Motivation, Produktivität, Loyalität, Innovationskraft und Krisensicherheit zu steigern und somit auch Umsatz und Gewinn. Und man darf sie auch nutzen, um Fluktuation, Resignation und innere Kündigung zu reduzieren… was ebenfalls nicht schlecht für die Kasse ist.

Nur sollte der Fehler vermieden werden, Kommunikation primär um des Profits willen zu betreiben. Menschen neigen dazu, anders als gewollt zu reagieren, wenn sie sich benutzt oder manipuliert fühlen – Das Authentizität eines der wichtigsten Elemente von erfolgreicher Kommunikation ist, ist auch nicht erst seit gestern bekannt.

Trotzdem erlauben wir uns hier ein paar Gedankenspielchen. Appetitanreger; sozusagen.

Auf der einen Seite gibt es Studien (zum Beispiel eine, von der Hochschule Liechtenstein und der Hochschule RheinMain), die besagt, dass:

  • selbst im besten Fall unter 40% der Mitarbeiter wissen, was ihr Unternehmen eigentlich zu erreichen versucht
  • und Wissensarbeiter 15% bis 30% ihrer Arbeitszeit mit Recherche verbringen, die nur zu 50% erfolgreich ist

Das ist in qualitativer und quantitativer Hinsicht interessant.

  1. Wie soll selbst eine kleine Recherche überhaupt wirklich sinnvoll sein, wenn Mitarbeiter die strategischen Ziele ihres Unternehmens nicht kennen?
  2. Selbst kleine technische Verbesserungen in den Recherchemöglichkeiten haben das Potential zu großen Auswirkungen

Ersteres lässt sich schlecht quantifizieren, es liegt aber auch der Hand, welche Macht eine Verbesserung hier hätte.
Für das zweite lassen sich leicht Zahlen einsetzen.

Beispielrechnung
Angebommen in ihrem Unternehmen arbeiten 1.000 Wissensarbeiter. Dann sind im Schnitt 20% der Arbeitszeit 1,6 Stunden am Tag. Macht bei 200 Arbeitstagen im Jahr 320 Stunden pro Mitarbeiter. Für 1.000 Mitarbeiter macht dies dann im Jahr 40.000 Tage Rechercheaufwand. 20.000 davon haben zu keinem Ziel geführt. Selbst eine Verbesserung im einstelligen Prozentbereich ist Millionen Euro Wert.

Best Practice
Die gemeinnützige Organisation Habitat for Humanity konnte durch eine Verbesserung der Suche im Intranet 60% der “Wo finde ich eigentlich…?” Fragen reduzieren. (Aufgezeigt wurde dies in der Nielsen Norman “Intranet Design Annual 2011“).

Wettbewerbsvorteile
Dies ist nicht nur bares Geld. Durch die Steigerung von Produktivität und auch der Motivation (wer sucht schon gern sinnlos…), steigt auch die Innovationskraft. Während der Wettbewerber noch sucht, ist Ihr Unternehmen schon mit neuen Aufgaben beschäftigt.

Wie geht das?
Interne Kommunikation ist ein ernstes Geschäft. Und ja, es sind Investitionen notwendig. Werkzeuge wie unser AtM können dabei helfen, die Prozesse zu kanalisieren und die freiwerdende Zeit tatsächlich in Produktivität umzuleiten. Doch funktioniert dies am besten einhergehend mit einer entsprechenden Kommunikationsstrategie.

Die Corporate Identity sollte nach Innen genauso sorgsam und gründlich kommuniziert werden, wie nach Außen. Neben der Einführung von guter IT und der Schulung der Mitarbeiter, ist die Unternehmenskultur eine der unerlässlichen Stellschrauben zum Erreichen solcher Ziele. Social Media ist eben nicht nur “Media”, sondern auch “Social”.

In der oben verlinkten Studi von Nielsen Norman werden Intranets auf ihre Eigenschaften hin untersucht. Die besten Intranets 2011 zeigen diesen Trend ganz klar und in der Studie heisst es:

“No longer is the intranet a place to simply receive information. Intranets are interactive, inviting employees to participate and share knowledge. Sites encourage engagement — with the site, with the company, and with each other.”

Schließlich noch ein Zitat von McKinsey, die (wie wir auch) eine Notwendigkeit für Unternehmen sehen, die interne Kommunikation neu zu sehen, kommunikativer auch nach Innen zu sein und die Wettbewerbsvorteile nicht nur anderen zu überlassen:

“The imperative for business leaders is clear: falling behind in creating internal and external networks could be a critical mistake. Executives need to push their organizations toward becoming fully networked enterprises.”

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