Das heisse Eisen – Whistleblower

Die Studiozeit im Deutschlandfunk widmete sich ausführlich dem brisanten Thema: Whistleblowing. Ein überaus wichtiges Thema für Unternehmen. Denn in Unternehmen arbeiten Menschen, Menschen mit Fehlern, mit Schwächen, mit persönlichen Problemen und eventuell sogar mit bösen Absichten oder fehlgeleitetem Egoismus.

In der aktuellen CMO-Studie von IBM sagt Monica Gregori, Marketing Director, Natura Consumer Products:

„Wir leben in einer Welt, in der kein Geheimnis länger als fünf Minuten bewahrt werden kann. Heute ist es unmöglich, vertrauliche Informationen zu kontrollieren. Überall gibt es Datenlecks. Wir müssen ständig besser und schneller werden. Das ist die Agenda, die wir im Marketing und im gesamten Unternehmen umsetzen müssen.“

Monica Gregori geht hier zwar von Themen wie Nachlässigkeit, systematischen Fehlern, Geheimnisverrat, Industriespionage aus, die Mittel und die Wirksamkeit sind jedoch die selben.

Whistleblowing scheint jedoch manchmal für Mitarbeiter der letzte Ausweg zu sein. Whisteblowing wird nicht als Bruch der Loyalität gegenüber dem Unternehmen verstanden. Vielmehr als finaler, radikaler Akt der Fairness und der Pflichterfüllung gegenüber diesem.

Die Grenzen sind jedoch für alle Beteiligten oft nur schwer zu ermitteln. Was ist der richtige Moment? Welche eventuell negativen Konsequenzen entstehen trotz des Bemühens zu einem fairen und transparenten Umgang? Wie kann Vertrauen wieder hergestellt werden?

Der “Code of Conduct” soll ein Unternehmen und seine Mitarbeiter möglichst weit schützen. Er enthält die Rahmenbedingungen für das Verhalten der Mitarbeiter. Auch, oder gerade für extreme Situationen. Wer sich in diesem Rahmen bewegt, sollte vom Unternehmen geschützt werden und sicher sein, dass er richtig handelt.

Doch sieht die Realität manchmal anders aus. Gerade in diesem Fällen zahlt sich eine hervorragende interne Kommunikation aus. Und gerade dieses Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, nicht nur eine technische Infrastruktur als “interne Kommunikation” anzubieten, sondern parallel dazu eine Kultur zu befördern, und der ein vertrauensvoller Austausch möglich ist.

Freiheiten im Intranet (z.B. die Möglichkeit, anonym Fragen zu stellen, einen vertrauten Ansprechpartner zu haben) und innerhalb der internen Kommunikation sind in diesen Fällen kein Risiko für ein Unternehmen. Vielmehr sind sie ein Frühwarnsystem für das Unternehmen und helfen, die richtigen Mitarbeiter zu schützen und ebenfalls die richtigen zu ermahnen. Möglichst, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Und wenn es dann doch zu einem Worst-Case kommt, dann hilft die interne Kommunikation dabei die Situation zu meistern. Wenn Mitarbeiter die interne Kommunikation als ein vertrauenswürdiges, authentisches und faires System kennen gelernt haben, ist sie in schlechten Zeiten auch tatsächlich ein Werkzeug, um ein Unternehmen steuerbar zu halten.

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